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Das Sterben – ein Prozess

Ö1 Radiokolleg, 4 x 22 Minuten

Ein achtteiliges Radiokolleg über das, was alle Menschen vereint: Wir werden geboren und wir sterben wieder. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sind diese zwei Themen im Alltag wenig präsent, vor allem Sterben, denn wer will das schon?!

Was Geburt und Sterben von allen anderen Lebensereignissen am deutlichsten unterscheidet: es gibt keine unmittelbaren Erfahrungsberichte. Niemand kann erzählen, wie es tatsächlich war als er oder sie geboren wurde. Niemand kann sich an den Sterbeprozess erinnern und die Erfahrung mit anderen teilen. Doch es gibt Menschen, die sich bewusst auf ihr Sterben vorbereiten, und solche, die andere in der Vorbereitung auf ihre letzten Atemzüge begleiten. Mit ihnen hat Margit Atzler gesprochen.

Wovor haben wir Angst?
Die Angst vor dem Sensenmann begleitet uns seit Jahrhunderten in Geschichten. Wie ist der letzte Atemzug? Tut es weh, wenn der Körper aufhört zu arbeiten? Und was kommt danach? Kommt überhaupt etwas danach? Was passiert mit unserem Bewusstsein, wenn wir nicht mehr leben?

Was passiert beim Sterben?
Das Sterben ist ein komplexer Prozess. Wann genau dieser Prozess beginnt, lässt sich nicht genau definieren. Versuche in den 1960er Jahren, den Sterbeprozess in Phasen zu unterteilen, gelten heute als überholt. Trotzdem war und ist es wichtig, den unterschiedlichen körperlichen und emotionalen Stadien Aufmerksamkeit zu schenken.

Warum müssen wir sterben?
Wieso hat es die Natur so eingerichtet, dass wir Sterben und dass dies ohne die heute mögliche medizinische Unterstützung nur selten ohne Schmerzen möglich ist. Und was kommt eigentlich danach? Kommt etwas danach? Den Glauben an ein Leben nach dem Tod, an die „Erlösung“ haben viele Menschen in westlichen Ländern heute nicht mehr. Für gläubige Menschen kann genau dieser Glaube die Angst vor dem Sterben lindern, manchen sogar Mut machen – schließlich wartet danach die Erlösung.

Wer das Sterben begleitet.
Beim Sterben scheint es, dass manche warten, dass jemand da ist, um sie zu begleiten und die Hand zu halten. Andere wiederum sterben, wenn sie allein sind. Hinterbliebene haben manchmal den Eindruck, dass sich Sterbende den Augenblick auf irgendeine Art aussuchen.