Ruta de Pisco

Beitrag für Ö1 Ambiente – Die Kunst des Reisens, 10.6.2018

Der Pisco – Chilenen und Peruaner streiten seit jeher um die nationale Zugehörigkeit dieses hochprozentigen Weinbrands. Namensgebend für das Destillat ist die peruanische Stadt Hafenstadt Pisco in der Region Ica von wo aus das Getränk früher verschifft wurde.

Die Wüste rund um die Provinzhauptstadt Ica, etwa fünf Auto-Stunden südlich von Lima, ist eine der trockensten Gegenden von Peru. Trotzdem werden hier Gemüse, Obst und vor allem Trauben angebaut. Die Wasservorkommen machen es möglich. Ica wurde durch ein schweres Erdbeben 2007 stark beschädigt. Die Stadt wächst seither rasch aber unkontrolliert. Stolz ist man hier nicht auf koloniale Bauten oder Inka-Ruinen, wie in den meisten anderen Landesteilen. Aber zum Beispiel auf die kreolische Küche. Die entstand auf Grund der kulturellen Mischung der Bevölkerung – die der ursprünglichen Bewohner Perus mit den Einwanderern aus Europa und Afrika. Fleisch, Gemüse, getrocknete Kartoffeln und vor allem die einzigartige Kombination an Gewürzen machen ihren ganz besonderen Geschmack aus. Die tendenziell deftigen Speisen sind für Besucher aus Europa bei den ungewohnt hohen Temperaturen zunächst gewöhnungsbedürftig, doch eine gewisse Schärfe hilft bei der Verdauung, ebenso wie ein Glas Pisco. Für den Pisco wird ausschließlich der reine Most ganzer Weintrauben verwendet – anders als etwa beim italienischen Grappa, der sich als Nebenprodukt bei der Weinherstellung entwickelte.

In Peru gibt es unterschiedliche Produzenten von Pisco – von kleineren und ursprünglich geführten bis zu größeren, traditionsbewussten Familienbetriebe mit hohem Sozialstatus; und natürlich moderne Brennereien mit internationalem Fokus.

Margit Atzler hat sich auf der „Ruta de Pisco“ – der Straße des Pisco – auf Geschmackssafari durch die Wüste begeben. Begleitet wurde sie vom peruanischen Journalisten Jorge Riveros Cayo. Insgesamt haben die beiden drei Brennereien in der Gegend von Ica besucht.

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