Naturpark Föhrenberge

Unter den Schwarzföhren des südlichen Wienerwalds

ein Ö1 „Ambiente“-Spezial, 16. August 2020 (ca. 54 min)

Wenn man an einem warmen Sommertag im Schutz der Föhren unterwegs ist, fühlt es sich ein bisschen wie Urlaub an. Der süßlich-harzige Geruch der Schwarzföhren entführt in Gedanken in südländische Gefilde. 1807 kaufte Fürst Johann I. von Liechtenstein die Herrschaft Liechtenstein und Mödling mit ihrer charakteristischen Burg. Der Fürst ließ einen riesigen romantischen Landschaftsgarten mit künstlichen Ruinen, Meiereien, Schlössern und Wiesen errichten, die heute noch das Bild rund um die Stadt Mödling prägen.

Die Aufforstung des damals kahlen Gebiets war eine große Herausforderung. Denn die Felsen und Berge aus Kalkgestein waren verkarstet. Die anspruchslose Schwarzföhre schlug auch in der Mödlinger Gegend Wurzeln und gab dem heutigen Naturpark seinen Namen.

Die Parapluie-Radstrecke führt von der Perchtoldsdorfer Heide hinauf auf den Parapluiberg, vorbei an den Naturjuwelen Kugelwiese und Seewiese bis zur Gemeinde Sulz im Wienerwald – und von hier über Kaltenleutgeben zurück entlang am Stadtrand von Wien nach Perchtoldsdorf. Eine vielfältige Strecke, die mit gemäßigtem Tempo die Vielfalt des Naturparks Föhrenberge offenbart.

Der Naturpark Föhrenberge ist Teil des Biosphärenparks Wienerwald, das versucht, Mensch und Natur gleichermaßen Platz zu geben. Das Prädikat „Biosphärenpark“ wird von der UNESCO vergeben. Die Biosphärenparks sollen Modellregionen für Nachhaltigkeit in den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales sein. Sie sind in Entwicklungszonen, Pflegezonen und Kernzonen gegliedert. In den Kernzonen wird die Natur sich selbst überlassen. Insgesamt 37 Kernzonen gibt es im Biosphärenpark Wienerwald, fünf davon im Naturpark Föhrenberge.

Historisches Zentrum des Naturparks Föhrenberge ist die Burg Liechtenstein, von der große Teile tatsächlich noch aus der Romanik stammen. Die Burg kann heute im Rahmen von Führungen besucht werden und gibt Einblick in die Geschichte der Region, in den Bezug zur Familie und dem Fürstentum Liechtenstein und nicht zuletzt in historisch architektonische Besonderheiten einer gut erhaltenen Burg. Im Unterschied zur Burg Liechtenstein sind die Ruinen und anderen Gebäude im Wald in Richtung Anninger sogenannte Staffagebauten, wie dem Husarentempel am Kleinen Anninger. Der Große Anninger bietet zahlreiche Wanderrouten. Und von der Wilhelmswarte auf seinem „Gipfel“ auf 675 Metern bietet sich ein Blick bis zu Sonnwendstein, Schneeberg und Hoher Wand.