Kautschuk, Gold & nicht-kontaktierte Indigene

Beitrag für Ö1 Ambiente – Die Kunst des Reisens, 1.12.2019

Eine akustische Reise in den Südosten Perus, in die Provinz Madre de Diós.

Madre de Diós. Muttergottes. So lautet der bedeutungsschwere Name der peruanischen Provinz, die an Brasilien und Bolivien grenzt. Madre de Diós ist 80.000 Quadratkilometer groß und liegt vollständig im Regenwald. Nur einer kleiner Teils ist erreichbar und besiedelt. Die Provinz ist bekannt für ihre Biodiversität und für die Existenz nicht-kontaktierter Indigener, die bis heute in freiwilliger Isolation leben. Die Carretera Interoceánica, die quer über den südamerikanischen Kontinent vom pazifischen zum atlantischen Ozean führt, schneidet seit 2010 eine Schneise durch den Regenwald und verbindet ehemals isolierte Dörfer. Die Straße brachte mehr Menschen in den Regenwald. Illegale Goldwäsche, Holzfäller und Ölbohrungen, bedrohen die einzigartige Biodiversität sowie die wenig verbliebenen Ureinwohner.

Über den Grenzort Iñapari bei Brasilien geht es nach Iberia, dessen Daseinsberechtigung in der Kautschukzeit begründet liegt. Es war ein gewisser Carlos Fermín Fitzcarral, der nur zufällig nach Madre de Diós kam. Der Kautschukbaron ist in Europa vor allem aus Werner Herzogs Film Fitzcarraldo bekannt. Der Umgang mit den indigenen Kautschukarbeitern war brutal und menschenunwürdig. Die Folgen sind heute noch spürbar und finden in den sozioökonomischen Problemen der indigenen Bevölkerung ihre Fortsetzung: Quecksilberverseuchung durch die illegale Goldwäsche, Kinderprostitution, Teenager-Schwangerschaften, eine hohe AIDS-Rate. Die verbesserte Infrastruktur vergrößert diese Probleme, bringt aber auch mehr Touristen in die Hauptstadt Puerto Maldonado. Regenwald-Lodges in allen Preiskategorien bieten Ausflüge in den umliegenden Regenwald an. Krokodile, Papageien und Affen beobachten; am Fluss Kajak fahren und Piranhas angeln.

Vier Tage flussaufwärts mit dem Kanu befindet sich die Ureinwohner-Kommunität Monte Salvado. Die Bewohner der Siedlung haben eine Mission: die nicht-kontaktierten Ureinwohner im Regenwald zu beschützen.

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