Bewusstseinserweiterung auf südamerikanisch

Beitrag für die Ö1 Magazinsendung Radiodoktor, 4.9.2019

Aus aller Welt reisen Touristen heute in den Regenwald Perus, Ecuadors, Kolumbiens oder Brasiliens, um an Ayhuasca-Zeremonien teilzunehmen – oder in die Bergregionen Perus, Ecuduadors und Kolumbiens, um San Pedro zu trinken. Unter Ayahuasca versteht man ein Gebräu. Hergestellt wird es aus der gleichnamigen Ayahuasca-Liane und dem Chacruna. San Pedro, in der indigenen Tradition Wachuma genannt, wird  aus dem San Pedro Kaktus gewonnen

Begonnen hat das Interesse des Westens mit der Hippie-Bewegung und mit dem Aufkommen der Esoterik-Szene – vor allem mit den Büchern von Carlos Castaneda in den späten 60er Jahren. Auf einmal reisten immer mehr Gringos nach Mexiko und machten sie auf die Suche nach dem Peyote Kaktus, von dem Castaneda in seinen Büchern spricht. Doch die Indigenen wollten ihre traditionell heilige Medizin nicht so einfach wie an einer Theke ausschenken. Die Szene verlagerte sich in den Amazonas und zu Ayahuasca und schließlich auch in die Bergregionen zu San Pedro.

Heute gehören Ayahuasca und San Pedro zu den berühmtesten Heilpflanzen Lateinamerikas. Immer mehr Touristen versprechen sich durch die bewusstseinserweiternde Wirkung der heiligen Pflanzen spannende Erfahrungen. Andere erhoffen sich durch die Einnahme von Ayahuasca oder Wachuma Hilfe bei Depressionen, Multipler-Sklerose oder Migräne und begeben sich in die Hände schamanischer Heiler. Denn ihre volle Wirkung entfalten die Pflanzen angeblich erst in Kombination mit den dazugehörigen Ritualen.

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